Chef-Emotionen …

Der Chef – fachlich kompetent aber null Empathie? Kommt leider gar nicht so selten vor. und stellt eigentlich auch kein Kavaliersdelikt in puncto Wertschöpfung dar. Sondern kostet den Arbeitgeber richtig Geld.

Denn ein menschlicher Draht zum Chef steht für die allermeisten Angestellten auf der Prioritätenliste ganz oben, um inspiriert und motiviert arbeiten zu können.

Die Binsenweisheit: Inspiration und Motivation sind die Erfolgsfaktoren schlechthin – und das nicht nur im Sillicon Valley.Das bedeutet: grantige oder auch nur unfreundliche aber vor allem unempathische Bosse sind ein echter Wettbewerbsnachteil. Dabei kann es so einfach sein: Aussagen wie „Mein Chef versteht mich und ist immer für mich da“ oder „… super verlässlich …“ zahlen unmittelbar auf die Wertschöpfung ein.

Ergo (und auch wenn’s schwer fällt zu glauben): Führungskräfte, die gemocht und menschlich geschätzt werden, begeistern und spornen zu Höchstleistungen an. Denn eine wichtige Voraussetzung – vor allem für die bei Personalern zu Recht gefürchtete ‚Gerneration Y‘ – ist der ‚Kuschelfaktor‘ mega-wichtig.

Tipps für Führungskräfte: So nimmt dich dein Team als Mensch wahr

Um im menschlichen Umgang zu punkten, sollten Chefs zunächst die eigenen Emotionen wahrnehmen und zulassen. Leichter gesagt als getan. Schließlich steht die Vermittlung von ‚Soft skills‘ bei Betriebs- und Volkswirtschaft, bei Informatik und Jura weder auf dem Lehrplan noch auf der Prio-Liste ganz oben.

So fürchten etwa nicht wenige, dass Empathie als Schwäche ausgelegt wird. Andere müssen sich unbedingt beweisen. Hohe Fachkompetenz ohne emotionale Kompetenz und autoritäres Verhalten sind hier die Stichwörter. Klar ist das fürs Team wenig inspirierend. Wenn Bosse denent, dass sie mitunter etwas unzugänglich und spröde rüberkommst, stehen der Führungskraft grundsätzlich drei Wege offen:

  • So weitermachen. Emotionsfreies Verhalten ist gottgegeben und neuronal zementiert. Dann kümmert sich der Chef – falls er in einer jungen Firma arbeitet – vielleicht bald um einen neuen Job.
  • Der Chef kann sich fragen, was ihn daran hindert, Emotionen zu zeigen. Das ist schon mal ein erster guter Schritt.
  • Verhalten ändern und beginnen, den wahrgenommenen Emotionen, bewusst Ausdruck verleihen.

Letzteres mag anfangs etwas künstlich und ungewohnt wirken. Wird aber mit der Zeit zur Gewohnheit und damit deutlich einfacher. Warum Freude nicht einfach so ausdrücken: „Ich freue mich“. Das Team wird es dir danken.

Reden, lachen, motivieren: So gewinnt man Herzen

Für Weg Nummer drei gibt es folgende Tipps für die Umsetzung:

  • Führe Gespräche ohne Absicht. Geh einfach mal an den Arbeitsplätzen vorbei, erzähl etwas Privates oder frag, wie die Projekte so laufen. Ein wenig plaudern eben (aber selbstverständlich ohne die kritischen und zu privaten Themen Politik, Sex und Gesundheit anzusprechen!).
  • Bau dein Team auf: Nicht nur die ganz großen Erfolge wollen wahrgenommen und gefeiert werden. Zeig Wertschätzung für die kleinen Dinge. Sätze wie „Ich finde, du hast dieses Meeting hervorragend vorbereitet“ oder „Danke, dass du dieses Projekt so schnell unkompliziert von XY übernommen hast“ sind für die Motivation deiner Mitarbeiter Gold wert.
  • Schaff bei Meetings eine freundliche und ungezwungene Atmosphäre. Sorg dafür, dass sich dein Team auf die Termine freut und Spaß dabei hat, gemeinsam mit dir Kreatives zu erarbeiten.
  • Lache herzhaft, wenigstens einmal pro Meeting. Und auch gerne über dich selbst. Ironische, zynische oder sarkastische Bemerkungen sind tabu!
  • Nutze das Begrüßungsritual: Schüttle Hände und schau deinem Gegenüber offen in die Augen. Überhaupt, der Blickkontakt: Versuch mal, ihn ein wenig länger als gewohnt zu halten. Natürlich, ohne Starren.
  • Starte Meetings mit einem kleinen Warm-up: Auch bei eingespielten Teams, die sich schon lange kennen, kann es einen Moment dauern, bis alle sich gemeinsam in der Situation wohlfühlen. Meistens ist das den Beteiligten gar nicht bewusst. Ein paar Minuten Smalltalk können da Wunder wirken!