Jobsucher: Hört endlich auf …

Wie viel Zeit steckst du in das Erstellen einer Bewerbung? Hoffentlich nicht viel. Zugegeben: Textbausteine im Bewerbungsanschreiben und Standardlebensläufe sind verpönt. Schande über dich, wenn du sowas machst! Andererseits beschäftigt sich ein Personaler im Schnitt nur ein bis zwei Minuten mit deinen Unterlagen, bevor er entscheidet, ob er dich zum Vorstellungsgespräch einlädt oder dir eine Absage schickt. Gerne wird mit dem übersichtlichen Lebenslauf angefangen, der unter den Kriterien „Fleiß und Ergebenheit“ einem schnellen Check unterzogen wird. Fällt der negativ aus, dann bekommst du dein mühevoll formuliertes Anschreiben ungelesen zurück. Deswegen solltest du aufhören, Bewerbungen zu schreiben, wenn du wirklich einen Job suchst.

Klingt fies, ist es aber nicht

Du denkst jetzt „Die blöden Personaler!“? Nein. Auf keinen Fall. Versetz dich mal auf die andere Seite und lass dir eine Bewerbungsmappe von einer Person geben, die du nicht kennst. Lass dir ruhig Zeit beim Durchgucken und sag anschließend, was für ein Mensch sich hinter der Bewerbung verbirgt. Das herauszufinden ist sehr wichtig, denn: Was machst du mit einem fachlich hoch qualifizierten Mitarbeiter, der menschlich gesehen leider so gar nicht in dein Unternehmen / Team passt? Schickst du den zur Umerziehung? Fachliche Defizite kannst du dagegen ausgleichen, wenn der Kandidat motiviert ist.

Leider ist der Lebenslauf wie das Produktdatenblatt einer Waschmaschine: Was da nicht drin steht, das kann die Maschine nicht. Beim Menschen fehlt mit der Persönlichkeit ausgerechnet das wichtigste Einstellungskriterium. Deswegen setzen manche Firmen auf „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ Programme. Da weiß man als Personalentscheider zumindestens ein bisschen, wen man sich ins Haus holt.

Die Jobs, die keiner haben wollte

Wenn du nicht passiv auf Empfehlungen warten willst, dann empfiehlt sich das gute alte Netzwerken. Triff Leute persönlich zu kurzen Gesprächen mit oder ohne Kaffee. Bleib in Erinnerung mit Namen, Gesicht und vor allen Dingen: Deiner Persönlichkeit, deiner Motivation und einem Thema, das dich interessiert.

Das muss auch nicht zwingend das Thema deines Studiengangs sein. Schließlich wäre es blöd, darauf festgenagelt zu sein, wenn du rückblickend doch lieber was anderes studiert hättest. Gerade für Jobsucher die umsatteln oder quer einsteigen möchten, sind gute Kontakte unbezahlbar. Allen anderen schaden sie aber auch nicht, denn: Die Jobs, die öffentlich ausgeschrieben werden, dass sind die, die im Netzwerk (aus gutem Grund) keiner haben wollte.

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