Fachkräftemangel adé

social-media-recruiting

Die Politik diskutiert darüber, die Medien berichten davon und sehr viele Betriebe leiden darunter. Die Rede ist vom Fachkräftemangel. Gut ausgebildete und zum eigenen Unternehmen passende Mitarbeiter*innen anzuwerben und langfristig zu beschäftigen ist eine existentielle Aufgabe, gerade für Firmen im Baugewerbe. Gelingt sie, bauen die Unternehmen ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz aus. Eine sehr vielversprechende Methode, passende Fachkräfte zu akquirieren ist Social-Media-Recruiting.

Definition Social-Media-Recruiting

Unter Social-Media-Recruiting fallen alle Maßnahmen des Personalmarketings, die in den sozialen Netzwerken stattfinden. Das Personal suchende Unternehmen präsentiert sich dabei möglichst authentisch und realitätsnah.

Gewisse Maßnahmen im Social-Media-Recruiting sind unternehmenszentriert. Dazu zählen zum Beispiel die Pflege eines Instagram-Kanals oder eines Karriereportals wie LinkedIn. Aber auch aktive Maßnahmen, wie die direkte Suche und Ansprache von Kandidaten auf sozialen Kanälen, sind Bestandteil der Strategie.

Social-Media-Recruiting ist:
• Schnell und unkompliziert
• Persönlich und zielgerichtet
• Zeitgemäß und Erfolg versprechend
• Kosteneffizient

Unternehmenszentriertes Social-Media-Recruiting

Im ersten Part unseres Zweiteilers gehen wir näher auf die Anwendungsbereiche und Methoden des unternehmenszentrierten Social-Media-Recruiting ein. Der zweite Teil behandelt die Methode des aktiven Social-Media-Recruiting genauer.

Ziel des unternehmenszentrierten Social-Media-Recruiting ist es, potenziellen Bewerber*innen ein möglichst umfassendes und präzises Bild des eigenen Unternehmens zu präsentieren. Sie erlangen tiefe Einblicke in die Unternehmenskultur und den Arbeitsalltag. Die Bewerber*innen fühlen sich dem Unternehmen verbunden und zugehörig, bevor sie den ersten Kontakt aufnehmen.

Kernelemente hierbei sind Storytelling und Heldenreise. Unternehmen erzählen ihre ganz eigene Geschichte. Je authentischer sie diese Geschichte erzählen, desto wahrscheinlicher werden Unternehmen die richtigen Mitarbeiter*innen finden. Mögliche Fragen, die auf dem eigenen Blog, in Foren oder in den Social-Media-Kanälen beantworten könnten, wären:

• Warum wurde das Unternehmen gegründet?
• Was macht es besonders?
• Welche Höhen und Tiefen gab es bisher?
• Welche Herausforderungen wird es in der Zukunft geben?
• Welches Klima herrscht im Unternehmen?
• Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
• Wer arbeitet dort?
• Warum arbeiten die Mitarbeiter*innen dort?

Zwei Firmen, die sehr erfolgreich unternehmenszentriertes Social-Media-Recruiting betreiben, sind Apple und Tesla. Sie vermitteln den Spirit ihrer Unternehmen sehr glaubwürdig und wecken so in vielen Menschen das Verlangen, sich bei ihnen zu bewerben. Doch es müssen nicht gleich Weltkonzerne sein. Auch im Mittelstand gibt es beeindruckende Erfolgsgeschichten. Hier lohnt sich zum Beispiel ein Blick auf die Social-Media-Aktivitäten von Cieslik Gerüstbau oder die KronoBau GmbH.

Beispiele für unternehmenszentriertes Social-Media-Recruiting

Unternehmenszentriertes Social-Media-Recruiting beinhaltet viele Maßnahmen. Im Folgenden stellen wir exemplarisch vier besonders Erfolg versprechende vor:

Der Blick hinter die Kulissen

In kurzen Videos oder durch Bilder vermitteln Unternehmen echte, „ungeschminkte“ Eindrücke aus dem Arbeitsalltag. In einem Bauunternehmen könnte das ein Schwenk über eine Baustelle oder eine Baumaschine in Aktion sein. Eine digitale Führung durch die Büroräume, das Lager, den Fuhrpark und andere Orte zeigt, was den neuen Mitarbeiter erwartet.

Interviews

Menschen arbeiten immer mit Menschen zusammen. Und kaum etwas ist wichtiger als die Firmenkultur und das zwischenmenschliche Miteinander. Deshalb melden sich Bewerber*innen bevorzugt bei Unternehmen, die mit ihren Werten und Einstellungen übereinstimmen. Doch wie erfahren die Bewerber*inne die Werte einer Firma? Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit ist es, die bereits im Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter*innen und natürlich auch die Geschäftsführung in den sozialen Medien zu zeigen. In Bild- und Videostatements erklären sie, was ihnen am Unternehmen besonders gefällt, welche Aufgaben sie bekleiden und wie ihr Alltag aussieht.

Auf Portalen aktiv sein

Sind Interessent*innen auf ein Unternehmen aufmerksam geworden, ist ein sehr wichtiger erster Schritt getan. Jetzt informieren sich viele auf unabhängigen Unternehmens-Bewertungsportalen wie Kununu oder Google my Business (also die Google-Bewertungen, die in der Google-Suche erscheinen). Deshalb sollten Unternehmen ihre Profile auf den Plattformen pflegen und ihre Mitarbeiter*innen, Geschäftspartner und Kunden motivieren, dort Bewertungen einzustellen. Je mehr, desto besser und je besser, desto besser…

Eine Meinung vertreten

Viele Unternehmen haben Sorge, öffentlich eine Meinung zu äußern. Es könnte Menschen geben, die sich daran stören und es droht die Gefahr eines Shitstorms. Doch genau diese Meinung macht Unternehmen erst interessant und authentisch. Sie bekommen eine höhere öffentliche Aufmerksamkeit, werden also sichtbarer. Und Bewerber*innen können sich im Vorfeld überlegen, ob die Einstellung des Unternehmens zur eigenen passt. Tabu-Themen sind Politik und Religion.

Fazit

Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel müssen Unternehmen ihre Sichtbarkeit und Attraktivität erhöhen, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Social-Media-Recruiting bietet hierfür einen großen, schnellen und effizienten Werkzeugkasten an Maßnahmen. Besonders mit unternehmenszentriertem Social-Media-Recruiting können sich Firmen als Premium-Arbeitgeber präsentieren und so den Wert der Arbeitgebermarke enorm steigern. So binden Unternehmen bestehende und potenzielle neue Mitarbeiter*innen eng an sich.